Ordnungswidrigkeiten sind im Vergleich zu Straftaten geringfügigere Rechtsverstöße. Bei Steuerordnungswidrigkeiten handelt es sich somit um "kleinere" Verstöße gegen steuerliche Normen. Als solche gehören Steuerordnungswidrigkeiten ebenfalls zum Steuerstrafrecht. Im Unterschied zu einer Steuerstraftat, welche vorsätzlich begangen sein müssen lässt das Gesetz für die Steuerordnungswidrigkeiten dagegen Fahrlässigkeit genügen, oftmals in der Form der Leichtfertigkeit.

(Steuer-) Ordnungswidrigkeiten werden nicht mit einer (Geld-) Strafe, sondern mit einem Bußgeld geahndet. Von besonderer Bedeutung ist dabei, dass  Geldbußen (anders als ggf. Geldstrafen) nicht registriert, insbesondere nicht in das Bundeszentralregister / polizeiliche Führungszeugnis aufgenommen werden. Ein Bußgeld ist damit für den Betroffenen (abgesehen von den finanziellen Nachteilen) weniger schwerwiegend als eine Geldstrafe.

Steuerordnungswidrigkeiten im Steuerstrafrecht sind vor allem:

Die leichtfertige Steuerverkürzung ist die wichtigste Steuerordnungswidrigkeit. Sie entspricht inhaltlich dem Tatbestand der Steuerhinterziehung und unterscheidet sich lediglich im subjektiven Tatbestand. Während die Steuerhinterziehung stets vorsätzlich begangen werden muss, genügt für die Steuerverkürzung Leichtfertigkeit. Leichtfertig handelt wer aus besonderem Leichtsinn oder aus besonderer Gleichgültigkeit fahrlässig handelt. 

Hingegen werden bei der Steuergefährdung Gefährdungshandlungen sanktioniert. Erfasst werden besonders typische Handlungen, die zur Vorbereitung von Steuerverkürzungen geeignet sind und damit das Steueraufkommen in besonderem Maße gefährden, wie das unrichtige Ausstellen von Belegen oder die Verletzung von Buchungs- oder Aufzeichnungspflichten.

In Fällen, in denen eine sanktionslose Einstellung des Strafverfahrens nicht möglich ist, besteht eine der Herausforderungen der anwaltlichen Verteidigung darin, nach Möglichkeit statt einer Bestrafung wegen Steuerhinterziehung o.ä. lediglich eine bußgeldbewehrte Sanktionierung des Verhaltens als Ordnungswidrigkeit zu erreichen. Der Betroffene kann dadurch ausschließen, "vorbestraft" zu sein. Ein Eintrag in das polizeiliche Führungszeugnis / Bundeszentralregister unterbleibt.