Steuerhinterziehung

Bei der Steuerhinterziehung handelt es sich um eine in der Abgabenordnung (AO) geregelte Steuerstraftat. Sie kann von jedem Steuerpflichtigen und von Dritten (z.B. Angehörige, Mitarbeiter, Steuerberater etc.) begangen werden. Die Voraussetzungen sind oft schnell erfüllt. Als Sanktionen kommen Geld- oder Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren in Betracht. Durch richtige und rechtzeitige Reaktionen können die negativen Konsequenzen oftmals vermieden oder zumindest deutlich reduziert werden.

Voraussetzungen der Steuerhinterziehung

Voraussetzungen Steuerhinterziehung

Voraussetzungen der einfachen Steuerhinterziehung sind in § 370 Abs. 1 AO geregelt. Daneben existieren weitere Steuerdelikte. Eine Hinterziehung kann insbesondere vorliegen, wenn falsche, unvollständige oder gar keine Angaben zu steuerlich relevanten Sachverhalten gemacht werden und dadurch Steuern zumindest teilweise nicht oder auch nur verspätet bezahlt werden werden. 

Einzelheiten zu den Voraussetzungen einer Steuerhinterziehung nach § 370 AO...

Strafe und Nebenfolgen 

Strafen Steuerhinterziehung

Die Hinterziehung von Steuern wird gem. § 370 Abs. 1 AO mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. In besonderen Fällen kann die Freiheitsstrafe gem. § 370 Abs. 3 AO bis zu zehn Jahren betragen. Die konkrete Strafe wird anhand verschiedener Kriterien im Rahmen einer individuellen Strafzumessung ermittelt.

Außer der Bestrafung sind verschiedene Nebenfolgen zu beachten, z.B. die Eintragung der Strafe in das Bundeszentralregister / polizeiliche Führungszeugnis, Mitteilungspflichten oder Disziplinarmaßnahmen bei Beamten

Weitere Einzelheiten zu Strafrahmen..., Strafzumessung... und Nebenfolgen...

Was tun bei Steuerhinterziehung? 

Negative Folgen von Hinterziehungen lassen sich ggf. wieder beseitigen. Dies gilt insbesondere für die Bestrafung und den Eintrag in das Bundeszentralregister / polizeiliche Führungszeugnis. Hierzu sollte zunächst möglichst frühzeitig geprüft werden, ob eine Selbstanzeige abgegeben werden kann. Soweit eine Selbstanzeige rechtzeitig und formal korrekt eingereicht wird, kommt es für den Betroffenen zu keiner Bestrafung. Mehr zur Selbstanzeige...

Ist ein Steuerstrafverfahren bereits eingeleitet (und deshalb eine strafbefreiende Selbstanzeige nicht mehr möglich), sollte im Rahmen einer individuell entwickelten Verteidigungsstrategie festgelegt werden, ob und ggf. in welchem Umfang eine Kooperation mit dem Finanzamt / der Steuerfahndung möglich und sinnvoll ist. Hierdurch können die zu erwartenden (Vor-) Strafen oftmals minimiert oder sogar ganz vermieden werden.

Verjährung

Verjährung Steuerhinterziehung

Steuerhinterziehungen verjähren strafrechtlich regelmäßig in fünf Jahren. In besonderen Fällen kann die Verjährung zehn Jahre betragen. Bei der Berechnung der Verjährung ist unbedingt darauf zu achten, dass der Verjährungsbeginn korrekt ermittelt wird. Dieser kann je nach Einzelfall, insbesondere je nach Steuerart und Verhalten des Betroffenen sehr unterschiedlich sein. Keinesfalls verjähren eine Steuerhinterziehungen bereits fünf Jahre nach Ende des jeweiligen Veranlagungszeitraums. 

Mehr zur Verjährung im Steuer- und Steuerstrafrecht...

Steuerhinterziehung: Verjährung nutzen, Strafen vermeiden

Anwalt Steuerhinzterziehung Berlin

Steuerhinterziehung kann zu vielfältigen Nachteilen führen. Unser Ziel ist es, diese Nachteile möglichst vollständig zu vermeiden oder jedenfalls spürbar zu reduzieren. Ein erfahrener Anwalt prüft alle Details der Steuerhinterziehung individuell. Anschließend arbeitet der Anwalt individuelle Lösungskonzepte aus und stimmt diese mit Ihnen ab. Wir beraten und vertreten Sie sowohl in Berlin, als auch online und bundesweit bei Konflikten mit allen Finanzämtern und Ermittlungsbehörden.